Badminton wird  nach wie vor am Mittwoch Nachmittag angeboten, für den Abend gab es zu wenig Interessenten. Am traurigsten darüber ist sicher Jegan – er hat zum grossen Glück endlich Arbeit gefunden, wird aber dort auch am Mittwoch Nachmittag gebraucht und muss nun seit zwei Monaten auf seine sportliches und kameradschaftliches Beisammensein im RCZ verzichten.

Dafür hat Jean-Francois endlich zum Sport zurück gefunden. Doppelseitig Bein amputiert musste er nach seinem Unfall auf das geliebte Tennis verzichten. Der Probelauf im RCZ-Badminton führt ihn langsam aber sicher auf einen guten Weg – wirkten seine Bewegungen auf zwei fremden Füssen anfangs eher schlaksig, ruckartig, (Sturz) gefährlich  aus, entwickelt sich das Spiel mit dem schnellen Ball zum richtig gehenden Erfolg über seinen neuen Körper, seine ersetzten Beine. Versuchte Jean-Francois anfangs sicherheitshalber im Rollstuhl im Match-Doppel mit zu spielen, da das Spiel zu schnell und er zu unsicher war, ist der Rolli heute kein Thema mehr. Seine Frau Madeleine, die anfangs nur kurz zuschauen wollte, ist geblieben und mittlerweile feste Mitspielerin. Die Bewegung tue gut und mache ihr Freude, wenn sie auch gerne auf das Spiel nach Punkten verzichte. Da sie bereits Rentner sind, ist der Sport am Nachmittag für beide kein Problem.

Im Herbst schnupperte Sibylle bei uns und entdeckte im RCZ-Sport-Rollstuhl wie lebendig, spannend und schnell unsere Sportart vonstatten gehen kann. Dank inkompletter Lähmung kann Sibylle an Krücken gehen, schätzt es daher vielleicht umso mehr zwar mit Hilfe des Rollstuhls, dafür aber ungehindert durch die eingeschränkten Beine mit immer grösserer Schnelligkeit und Fertigkeit Racket mit Shuttle in Einklang zu bringen. So gross wie ihr Einsatz war ihre Freude und die Fortschritte, die sie von Mal zu Mal machte.

Einziger Wermutstropfen bleibt, dass sie nach nun einjähriger Zwangspause wieder einsteigen kann in ihren Arztberuf und der für sie vorgesehene Arbeitstag genau auf den Mittwoch fällt. Wir wünschen ihr einen guten Wiedereinstieg und heissen sie jederzeit wieder ganz herzlich willkommen, wenn sich die Gelegenheit bietet.

Auch Sport und Paraplegie interessierte Berufsmaturanden lebten voll auf in den für diesen schnellen Sport best zugeschnittenen Spezial-Rollstühlen.

Durchschnittlich sind wir immer noch eine kleine Sportgruppe im RCZ, fast regelmässig dabei der harte Kern – Marcel, Dora mit Jörg, Hansruedi und ich; neu J-F. + M. Vontobel und immer wieder einmal Ringlis – wenn es Arbeit oder Familie erlaubt, zählen auch Jegan und Sibylle oder Mohammed dazu.

Gehören die Badmintonsportler des RCZ auch nicht mehr zu den Medaillenträgern, freut es uns dennoch sehr, dass sich mit Karin Suter-Ehrat doch immer wieder Schweizerinnen in die Weltklassen Ränge spielen und verdientes Edelmetall nach Hause bringen – Herzliche Gratulation von Zürich aus.

So wie uns im 2016 Jean-Francois und Sibylle überraschten, hoffen wir fest, dass auch im 2017 Neu- oder Wiedereinsteiger den Weg in die Tennishalle finden. Ihr seid mit oder ohne Vorkenntnisse ganz herzlich willkommen. Gehören einige von uns nun bereits zu den älteren Semestern, hat sich die Freude an der schnellsten Sportart mit dem leichten (Feder-)Ball in keiner Weise geschmälert. Wir hoffen, dass der RCZ uns noch lange Gelegenheit bieten kann, unter seiner Organisation Badminton trainieren und spielen zu können. Herzlichen Dank dem RCZ, dass wir durch diese lässige Sportart mit und gegeneinander an treten können; Bewegung und gemeinsames Tun tun Körper und Seele ungemein gut und ihr bietet beste Gelegenheit dazu.

Text: Regula Huwyler